Lernfeld 8: Güter verladen

Verladerampe

Hier findet Ihr die Übersicht zum Lernfeld 8: Güter verladen.

Abschnitt 1: Verladung von Gütern

Vom Verladen spricht man eigentlich immer, wenn man Ware entweder in/auf das Packmittel oder diese in ein Transportfahrzeug lädt. Beladung von Containern und auch die Beladung von Schiffen und Flugzeugen erfolgt durch Fachpersonal vor Ort (vor allem mit Kranen).

Die hier behandelte Verladung dreht sich um das Beladen von Paletten und die Verladung derer und andere Packstücke in LKW, Container oder Waggons.

Für die beförderungssichere Verladung, d.h., dass während des Transports keine Ladung runterfallen kann, sind wir als Versender mit verantwortlich. Der Versender/Verlader hat das Gut beförderungssicher zu laden, zu stauen und zu befestigen.

Das Gut ist während des Transports verschiedenen physikalischen Kräften ausgesetzt:

Die Gewichtskraft Wie stark drückt die Ladung auf die Ladefläche
Die Massenkraft Fliehkraft oder Trägheitskraft; beschreibt, welche Kraft auf das Gut in Kurven, bei Steigungen/Gefällen oder beim Beschleunigen/ Abbremsen wirkt
Die Reibungskraft Wie sicher steht das Gut auf der Ladefläche
Die Sicherungskraft Massenkraft minus Reibungskraft

Um die Ladung vorm Verrutschen oder Umkippen zu schützen, gibt es verschiedene Arten der Ladungssicherung:

Von kraftschlüssiger Ladungssicherung spricht man, wenn das Gut mittels Zurrgurten fest auf die Ladefläche gepresst wird. Wie stark der Zurrgut sein muss, kann man mittels der Vorspannkraft errechnen. Entscheidend hierbei ist der Zurrwinkel.

Dann gibt es noch die formschlüssige Ladungssicherung. Diese kann man erreichen, indem man die Ladung lückenlos so verstaut, dass sich gar nichts mehr bewegen kann (vgl. Packen auf Druck bei Schachteln und Paketen). Dies kann man unterstützen durch Holzkeile oder Kanthölzer.

Außer der lückenlosen Verstauung gibt es noch das Direktzurren, d.h. die Ladung wird „festgebunden“ bzw. es wird eine Stirnwand simuliert. Hier gibt es wiederum verschiedene Arten:

Das Schrägzurren Zwei Gurte an jeder Seite im rechten Winkel angebracht, also 8 Stück erforderlich
Das Diagonalzurren An jeder Seite ist diagonal gesichert ein Gurt angebracht, also 4 Stück erforderlich
Das Schlingenzurren Ladung ist „nur“ über eine Kopfschlinge gesichert, dabei ein Hilfsmittel wie ein Hebegurt, Kantenwickel oder eine Palette als Zurrpunktersatz eingesetzt

Kraftschlüssige und Formschlüssige Ladungssicherung können auch zusammen eingesetzt werden, dann redet man von kombinierter Ladungssicherung.

Für die Ladungssicherung gibt es verschiedene Hilfsmittel. Als erstes sind das die (ab 3,5t vorgeschriebenen) Zurrpunkte am Fahrzeug. Dann Zurrgurte, Zurrketten oder Zurrdrahtseile. Außerdem noch verschiedene Anker (z.B. Bordwandanker), Klemmbalken, alle fixierenden oder ausfüllenden Hilfsmittel (Keile, Stausäcke, Schaumstoffpolster, etc.), Netze, Planen und rutschhemmende Matten.

Vor der Beladung sollte immer ein Stauplan erstellt werden, aus dem hervorgeht, wo welches Packstück hin muss. Der im Vorfeld erstellte Stauplan beschleunigt das Beladen und Entladen, und wie bei jeder Planung können so präventiv unnötige Kosten vermieden werden. Für den Stauplan benötigt man die Innenmaße des Transportmittels (Ladefläche, Container) und dessen zulässigen Ladungsgewichte. Außerdem die Außenmaße und Gewichte der zu verladenden Güter. Nun wird, am besten auf Millimeterpapier eine maßstabsgetreue Zeichnung erstellt. Alternativ kann man auch mit Modellen arbeiten und eine „Probebeladung“ durchführen. Natürlich gibt es auch hierfür unterstützende PC-Programme. Will man einen Container beladen, so ist ein Container-Check erforderlich.

Vor dem Beladen schaut man, ob der Container im einwandfreien Zustand ist: 

Keine Mängel an Trägern,Pfosten, Beschlägen, Schweißnähten

Ο

Keine Löcher oder Risse in Wänden oder Dach Ο
Keine Verformungen von Wänden und Dach Ο
Türen sind gangbar Ο
Verschlusseinrichtungen funktionieren Ο
Zulassungsschild vorhanden und okay Ο
Keine Aufkleber vom voran gegangenen Auftrag noch vorhanden Ο
Innen keine Verformungen an Boden Ο
Decke oder Wänden erkennbar Ο
Befestigungselemente vorhanden und im guten Zustand Ο
Container ist wasserdicht, trocken, sauber Ο
Es stehen auch keine Gegenstände heraus die die Ladung beschädigen könnten Ο

Hierzu empfiehlt es sich, eine entsprechende Checkliste anzufertigen, abzuzeichnen und den Papieren im Büro beizulegen.

Nach dem Beladen ist noch einmal zu überprüfen, ob die Ladung gemäß der Planung verstaut ist, alle Sicherungen und Papiere vorhanden sind, alles weg ist, was nicht zum aktuellen Auftrag gehört, und ob alles verschlossen ist, Siegel und Plomben unbeschädigt sind. Außerdem, ob ggf. die richtige Temperatur eingestellt ist und die Planen richtig angebracht und Planenseile zollsicher eingezogen sind.

Die Grundregeln beim Stauen der Ladung lauten:

  • Nutzlasten beachten
  • Gewicht gleichmäßig auf die Bodenfläche verteilen
  • Darauf achten, ob alle eingesetzten Mittel auch ins Bestimmungsland eingeführt werden dürfen (in manchen Ländern ist z.B. der Import von Holz verboten)
  • Bei schweren Packstücken Punktbelastung des Bodens reduzieren, beispielsweise durch Nutzung von Kanthölzern.
  • Schweres Gut unten – leichtes Gut oben
  • Schwere Güter wenn es geht nach vorne wegen des Drucks beim Bremsen
  • Feste Packstücke unten, weniger feste oben
  • Fässer und Trommeln nur stehend stauen
  • Packstücke mit Flüssigkeiten unten – Packstücke mit festen Stoffen oben stauen
  • Keine sich „bekämpfenden“ Güter zusammen stauen (stauberzeugend – staubempfindlich, geruchserzeugend – geruchsempfindlich, feuchtigkeitsabgebende – feuchtigkeitsempfindliche, etc.)
  • Frostempfindliche Güter nicht an die Wände stauen
  • Packstücke, die zuerst entladen werden, zuletzt stauen (LIFO-Prinzip = last in, first out)
  • So stauen, dass nichts heraus- oder herunterfallen kann und u.U. jemanden verletzt
  • Transportmittel gut verschließen und bei Bedarf verplomben

 

Abschnitt 2: Verladung von Gefahrgut

Was innerbetrieblich über die Gefahrgutverordnung geregelt wird, dafür gilt beim Transport das Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass sowohl für die Verladung wie auch für den Transport nur extra dafür geschultes Personal eingesetzt werden darf, ab einem Aufkommen von Gefahrgut, das mehr als 50t netto im Jahr beträgt, muss sogar ein Gefahrgutbeauftragter eingesetzt sein. Was für das Personal gilt, gilt auch für die Pack- und Beförderungsmittel, auch diese müssen für den Einsatz mit gefährlichen Gütern speziell ausgelegt und zugelassen sein.

Die Regeln gelten allerdings nicht, wenn nur Kleinmengen transportiert werden, sonst könnten Privatleute z.B. keinen Brennspiritus im Laden kaufen und nach Hause bringen. Wird ein Gefahrguttransport erforderlich, ist zunächst zu ermitteln, um welches Gefahrgut es sich handelt. Dazu helfen z.B. die EU-Sicherheitsdatenblätter. Die Gefahrgüter sind in verschiedene Gefahrenklassen eingeteilt, die die Gefährlichkeit des Stoffes beschreiben. Verschiedene Gefahrklassen dürfen unter Umständen nicht zusammen geladen werden (z.B. selbstentzündliche mit

leicht entzündlichen Stoffen), man spricht vom Zusammenladeverbot. Es müssen bei Gefahrguttransporten neben den üblichen Angaben auf dem Frachtbrief noch die offizielle und technische Bezeichnung, die Gefahren- und Verpackungsklassen und die UN-Nummer angegeben sein.

Darüber hinaus sind dem Fahrer noch Unfallmerkblätter, Genehmigungen und ggf. Zulassungsbescheinigungen mitzugeben. Das Fahrzeug, bzw. der Container müssen mit entsprechenden Warntafeln und/oder Gefahrenzetteln versehen sein.

 

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Lernfeld 7: Touren planen

Verladeplan

Hier findet Ihr die Zusammenfassung vom Lernfeld 7: Touren planen.

Abschnitt 1: Unternehmen als nationale und internationale Handelspartner

Ein Betrieb braucht Rohstoffe, um daraus etwas herzustellen. Weiterhin braucht jeder Betrieb Kunden, und das im besten Fall weltweit. Darum sind nationale wie internationale Handelsbeziehungen wichtig. Deutschland exportiert hochwertige Güter ins Ausland, aus dem wir wiederum Rohstoffe (z.B. Rohöl) beziehen. Aber auch innerhalb der Landesgrenzen müssen verschiedene Unternehmen zusammen arbeiten. So zum Beispiel beziehen die Autohersteller sehr viele Zubehörteile aus Zulieferfirmen, von denen einige auch noch im eigenen Land beheimatet sind.

Abschnitt 2: Bedeutende Wirtschaftszentren in Deutschland, Europa & der Welt

Die Weltwirtschaft ist im stetigen Wandel. Viele Länder, die noch vor wenigen Jahren als Entwicklungsländer galten, sind inzwischen zu wirtschaftlichen Mächten geworden.

Als Wirtschaftszentrum gelten im Wesentlichen alle Regionen, die sich entweder durch infrastrukturelle Begebenheiten (Flughäfen, Schiffshäfen, gute Anbindung an Straßen- und Schienennetz), dem Vorkommen von Rohstoffen oder der Verarbeitung von besonderen Gütern hervorheben oder am besten mehrere dieser Kriterien erfüllen.

Die wichtigsten deutschen Wirtschaftszentren sind (Besonderheiten u.a.): 

Ballungsgebiet Berlin Hauptstadt, Flughafen, Eisenbahn
Großraum Hamburg Häfen
Raum Bremen Häfen
Ruhrgebiet Schwerindustrie
Rheinschiene Binnenschifffahrt
Wirtschaftsraum Rhein-Main Flughafen
Rhein-Neckar-Dreieck Güterumschlag- und Logistikzentrum
Saargebiet Schwergüterindustrie
Gebiet „Mittlerer Neckar“ Schienen- und Straßennetz
Nürnberg-Fürth-Erlangen Gute Anbindung zu den osteuropäischen Ländern
München und Umland Gute Verbindung zu den südlichen Nachbarstaaten
Das Gebiet Braunschweig/Hannover/Wolfsburg Messestadt und VW
Das Sächsische Industrierevier Straße, Schiene, Elbe
Halle und Leipzig Eisenbahnknotenpunkte

 Auswahl der Wirtschaft in Europa:

Großbritannien Schwerindustrie
Frankreich Naturprodukte und Lebensmittel
Iberische Halbinsel Tourismus
Italien Landwirtschaft, petrochemischer Frachtverkehr
Griechenland/Türkei Tourismus
Der Balkan Metallindustrie
Polen, Tschechische und Slowakische Republik Kohlebergbau und Schwerindustrie
Skandinavien Erdöl- und Erdgasgewinnung, Holzwirtschaft
Belgien und die Niederlande Häfen und Landwirtschaft

Weltweit betrachtet besitzen die anderen Kontinente Rohstoffe und Bodenschätze, ziehen mit Industrie und Dienstleistungsangeboten langsam nach. Gerade China hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, und ganz langsam fangen auch die ersten afrikanischen Staaten an, sich industriell weiter zu entwickeln.

Abschnitt 3: Verkehrswege innerhalb der Wirtschaftszentren

Innerhalb Europas werden dank des dichten Straßen- und Schienennetzes etwa 70 % des Güterverkehrs über diesen weg abgewickelt.

Auch die Binnenschifffahrt ist dank vieler großer Flüsse (Rhein, Donau, Wolga, Elbe u.a.) und künstlicher Wasserstraßen (Kanäle) in weiten Bereichen möglich.

Für den Gütertransport auf andere Kontinente stehen See- und Luftfracht zur Verfügung. (Einige asiatische Länder sind aber auch über Straße oder Eisenbahn erreichbar), innerhalb der einzelnen Kontinente gibt es dann wieder die Optionen Straße, Schiene oder Binnenschifffahrt.

Abschnitt 4: Kriterien für die Wahl der Verkehrsmittel

Abgesehen von den unten aufgeführten Kriterien spielen auch Erfahrungen und Warnungen seitens des Außenministeriums eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über das geeignete Verkehrsmittel.

So sollte man sich zum Beispiel gegen den Transport via LKW entscheiden, wenn die Gesundheit des Fahrers gefährdet sein könnte, zum Beispiel durch Fahrten in Krisengebiete. Auch sollte man darauf achten, wie sicher die Ladung am Bestimmungsort ist, werden zum Beispiel Container über längere Zeit unbeaufsichtigt gelassen und sind einer erhöhten Diebstahlgefahr ausgesetzt, so sollte man sich auch hier für bessere Alternativen entscheiden.

Ansonsten wird die Auswahl durch folgende Kriterien bestimmt:

Art des Transportguts: Manche Güter dürfen nur mit speziellen Fahrzeugen transportiert werden (z.B. Gefahrgüter) oder bedürfen besonderer Behandlung, die nicht in allen Verkehrsmitteln möglich ist. (z.B. dauerhafte Kühlung).

Schnelligkeit des Transports: Wie schnell muss die Ware beim Kunden sein?

Sicherheit des Transports: Dabei geht es nicht nur um Diebstahl, sondern auch darum, ob das transportierte Gut beschädigt werden könnte, beispielsweise durch Erschütterungen auf nicht befestigten Straßen. Aber auch die Termintreue fällt unter das Kriterium Sicherheit; diese kann gefährdet sein durch Staus, Niedrigwasser, Zugverspätungen u.a. Kosten des Transports: Nicht ganz unwichtig ist, wie rentabel der Transport ist und, ob die Transportkosten nicht unter Umständen den Gewinn auffressen oder den Kauf für den Kunden unattraktiv machen.

(Ein Beispiel dafür sind die Versandkosten bei Ebay, die manches vermeintliche Schnäppchen so sehr verteuern, dass der Kauf online nicht mehr lohnt). Gerade an diesem Punkt ist ein intensiver Preisvergleich durch die Fachkraft erforderlich und keine leichtfertige Entscheidung für das Erstbeste.

Kosten der Transportverpackung: Für bestimmte Transporte oder auch Transportmittel sind spezielle Behälter vorgesehen, die die Kosten in die Höhe treiben können.

Belastung der Umwelt: Mehr und mehr nehmen auch ökologische Erwägungen bei der Auswahl des Transportmittels zu. Teilweise wird die Wahl des umweltfreundlichsten Transportmittels vom Kunden verlangt.

Der Entscheidungsträger für den Versand, das kann durchaus die Fachkraft für Lagerlogistik sein, muss nun die einzelnen Kriterien abwägen und dann die richtige Entscheidung treffen.

Abschnitt 5: Tourenplanung

Bei der Planung unterscheiden wir zwischen festen Touren, also Routen, die einmal festgelegt sind (Beispiel: Die Liefertouren an die einzelnen Aldi-Filialen) und Touren nach Bedarf, also Touren, die sich nach den aktuellen Aufträgen richtet, beispielsweise dadurch, dass Neukunden hinzugekommen sind oder zeitlich betrachtet, Sonderbestellungen zu Stammkunden vorliegen. Die Tourenplanung wird gemacht, um bei möglichst geringen Kosten möglichst viele Aufträge gleichzeitig und fristgerecht zu bedienen.

Folgende Kriterien machen die Planung notwendig und verursachen bei mangelnder oder schlechter Planung unnötige Kosten:

Standzeiten des eigenen Fuhrparks Der Fuhrpark sollte möglichst gut ausgelastet sein, da er ohnehin Kosten verursacht und verursacht hat.
Öffnungszeiten der Kunden zur Annahme der Lieferung Manche Kunden können nur zu bestimmten Zeiten beliefert werden, weil sie zum Beispiel in einer verkehrsberuhigten Zone liegen oder nur zu bestimmten Zeiten Personal vor Ort haben.
Einsatzplanung der Fahrzeuge Damit ist gemeint, dass das benötigte Transportvolumen und die benötigten Spezialfahrzeuge zur Verfügung stehen müssen.
Einsatzzeiten der Fahrzeugführer Auch die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten sind in der Tourenplanung zu berücksichtigen, um ggf. einen weiteren Fahrer mitzuschicken.
Zuladungsverbote und Gefahrgüter Nicht alles darf zusammen transportiert werden, manche Güter nur unter Beachtung bestimmter Auflagen.

Die Tourenplanung kann manuell erfolgen oder auch durch spezielle Programme, teilweise sogar online. (Logistikprogramm Cargo)

 

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